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  • AutorenbildMaria

Akt Modellieren Intensivwoche


Januar 2023, Erbach

Im November 2022 erhielt ich eine Einladung von Fabienne, die mit mir auf der Holzbildhauerschule in Berchtesgaden war. In der Werkstatt von Jannis Donke sollte eine Woche ein selbstorganisiertes Aktmodellieren stattfinden. Die Überraschung meinerseits war groß da ich nicht damit gerechnet hatte dass 30 Minuten von meinem Atelier entfernt ein ehemaliger Berchtesgadener Schnitzschüler seine Werkstatt haben sollte.


v.l.o.: Fabi, Emil, Maria Zalitatsch v.u.l.: Alice, Jannis,Inger, Luise


Kurz darauf hatte ich mit ihm Kontakt aufgenommen und Ihn in seiner Werkstatt in Erbach besucht. Er begann die drei Jahre Ausbildungszeit in Berchtesgaden als ich meinen Abschluss bereits hatte, bei meinem alten Meister Herr Stellner. So reichten wir uns quasi die Türklinke in die Hand.


Im Februar 2023 trafen wir uns also, sieben BildhauerInnen die in Deutschland verstreut leben. Zwei reisten aus Norddeutschland an, eine aus Ludwigsburg, eine aus Freiburg, eine aus Österreich und zwei aus dem Odenwald.


Tag eins verbrachten wir mit dem Schweissen und Biegen unserer Gerüste. Wir wählten unterschiedliche Formate und Stärken, da jede_r eigene Vorstellungen hatte. Auch in der Materialwahl gingen wir auseinander. Wachs, Gips und Ton kam zum Einsatz. Vom Maßstab 1:1, d.h. die Maße des Models in Lebensgröße, machte ich ein Gerüst aus Vierkantstahl, umzwirbelte es mit Drahtschlingen und den sogenannten „Schmetterlingen“. Das sind kleine Holzspachtel die mit einem Draht über Kreuz zusammengehalten werden. Sie werden am Stahlgerüst befestigt um die später aufgebrachte Masse des Tons zu stabilisieren und vorm Abrutschen abzuhalten.

Neben unseren Gerüsten bauten wir ein Podest und eine Drehscheibe für unser Aktmodell. Dass ist nötig damit während des Modellieren jede Perspektive von allen gesehen werden kann.

Am zweiten Tag ging es los. Der Ton wurde aufgetragen, Wachsplatten gegossen, Gips angerührt und natürlich die Heizung so hochgedreht wie möglich damit unser Modell es angenehm warm hatte.

Die folgenden Tage waren wir mit vollem Enthusiasmus bei der Sache. Wir begannen am Morgen und endeten nicht vor der Dunkelheit. Die Menge des benötigten Tons war für mich schwer einzuschätzen, da wir in der Ausbildung immer einen großen Bottich zur Verfügung hatten und die KG Angaben daher irrelevant waren. Ich begann mit zwei Packen Ton, á 20kg, die innerhalb des ersten Tages verbraten waren. Jannis überließ mir einige Reste alter Modelle, aber auch diese waren im Handumdrehen verarbeitet. Am Ende kam ich auf die 60 kg Ton die ich in meinem Modell verarbeitete. Mein anfängliches Vorhaben, den Innenraum mit einem größeren Gerüst aufzufüllen, hatte ich im Eifer der Schweissarbeiten wieder fallen gelassen.

Ein besonderer Dank geht an unser Modell, welches stundenlanges Stillstehen durchgehalten hat und ohne dessen Einsatz das Ganze nicht möglich gewesen wäre.

Es war eine wertvolle Erfahrung endlich wieder nach lebendem Modell arbeiten zu können und die Proportionen, die Flächen und Maßverhältnisse dreidimensional vor mir zu haben. Ich freue mich auf eine baldige Fortsetzung und bedanke mich für die Organisation und die Initiative .

Der Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen BildhauerInnen ist mir viel wert und bekräftigt die eigene Arbeit um ein Vielfaches.



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